Was ist Lahmacun? Der Unterschied zu Döner und Pide
Wer nicht täglich in der türkischen Küche unterwegs ist, wirft Lahmacun, Döner und Pide schnell in einen Topf – verständlich, denn alle drei gibt's oft im selben Laden. Dabei sind es drei ganz unterschiedliche Gerichte, mit eigener Zubereitung und eigener Herkunft.
Was ist Lahmacun?
Lahmacun ist ein hauchdünner, knuspriger Fladen aus ungesäuertem Teig, der mit einer würzigen Mischung aus fein gehacktem Fleisch, Tomaten, Paprika, Zwiebeln und Kräutern bestrichen und dann bei sehr hoher Hitze kurz gebacken wird. Der Name kommt aus dem Arabischen und bedeutet sinngemäß "Fleisch mit Teig". Besonders bekannt ist die Variante aus der Region um Urfa und Gaziantep im Südosten der Türkei – daher auch die Bezeichnung "Urfa Art", die auf würzige, oft leicht schärfere Füllungen anspielt.
Gegessen wird Lahmacun traditionell zusammengerollt oder gefaltet, meist belegt mit frischem Salat, Petersilie, Zwiebeln und einem Spritzer Zitrone. Er wird oft als "türkische Pizza" bezeichnet – der Vergleich hinkt allerdings: Es gibt klassischerweise keinen Käse, der Teig ist viel dünner und knuspriger, und er wird deutlich heißer und kürzer gebacken.
Was ist der Unterschied zu Döner?
Döner ist auf einem senkrechten Spieß gegartes, geschichtetes Fleisch (Hähnchen oder Kalb/Rind), das dünn abgeschnitten und in Fladenbrot, Tasche oder Dürüm-Wrap mit Salat und Sauce serviert wird. Bei Lahmacun dagegen ist das Fleisch von Anfang an Teil des Teigbelags und wird mitgebacken, nicht separat gegart und nachträglich aufgelegt. Kurz gesagt: Döner ist Spießfleisch im Brot, Lahmacun ist ein gebackener Fladen mit Fleischbelag.
Was ist der Unterschied zu Pide?
Pide ist ein deutlich dickerer, länglicher Hefeteig-Fladen mit hochgezogenem Rand, oft "Bootsform" genannt. Er wird meist mit Käse, Ei, Hackfleisch, Sucuk oder Gemüse gefüllt bzw. belegt und im Ofen gebacken – das kommt dem Bild einer "Pizza" schon näher als Lahmacun. Der Teig ist luftiger und weicher, der Belag meist großzügiger. Lahmacun bleibt dagegen dünn, knusprig und eher schlicht belegt.
Alle drei an einem Ort
Bei Essah-Urfa in Düsseldorf-Wersten bekommst du alle drei – frisch zubereitet, mit hausgemachter Fülle und täglich frischem Teig. Wer sich nicht entscheiden kann: Genau dafür gibt es die Speisekarte.